Zur Person
Unser Gesprächspartner ist Bauleiter bei einem mittelgrossen Generalunternehmen in der Deutschschweiz. 25 Jahre Erfahrung, davon 20 mit Papier und Kugelschreiber.
Was war dein erster Gedanke, als das Büro auf digitale Protokolle umstellen wollte?
Ehrlich? "Nicht schon wieder so ein Tool." Wir hatten in den letzten Jahren drei verschiedene Apps ausprobiert. Keine hat überlebt. Ich hatte null Erwartungen.
Was war anders diesmal?
Das Tool hat nicht versucht, meinen Workflow komplett umzukrempeln. Ich mache die Sitzung wie immer — ich rede, gehe durch die Punkte, mache Fotos. Nur dass jetzt ein Mikrofon mitläuft. Nach der Sitzung hab ich das Protokoll in 5 Minuten statt in einer Stunde.
Gab es einen Moment, wo es Klick gemacht hat?
Ja. In der dritten Woche hat ein Unternehmer behauptet, wir hätten einen bestimmten Beschluss nie gefasst. Ich konnte innerhalb von 30 Sekunden das exakte Zitat aus der Sitzung zwei Wochen davor aufrufen. Mit Zeitstempel. Das Gespräch war danach sehr kurz.
Was nervt dich immer noch?
Die Transkription versteht manchmal Fachbegriffe nicht richtig. "BKP" wird zu "PKP", Firmennamen werden verhunzt. Aber das wird bei jeder Sitzung besser. Und ehrlich — meine handschriftlichen Notizen waren auch nicht fehlerfrei.
Was würdest du anderen Bauleitern sagen, die skeptisch sind?
Probiert es zwei Wochen aus. Nicht länger. Wenn es nach zwei Wochen nichts bringt, lasst es bleiben. Aber ich kenne keinen, der nach zwei Wochen zurück wollte.
Letzte Frage: Papier oder digital?
Ich hab immer noch einen Notizblock dabei. Alte Gewohnheit. Aber ich schreibe fast nichts mehr rein.