Der alte Workflow
Es ist ein Bild, das jeder Architekt kennt: Nach der Bausitzung sitzt man im Büro und tippt die handschriftlichen Notizen ab. Fotos werden vom Handy auf den Server kopiert, Pendenzen in eine Excel-Liste eingetragen, das Protokoll als Word-Dokument formatiert und per E-Mail verschickt.
Das dauert — je nach Sitzung — zwischen 30 und 90 Minuten. Bei wöchentlichen Sitzungen für mehrere Projekte summiert sich das schnell.
Der neue Weg
Ein Architekturbüro in der Deutschschweiz hat diesen Prozess komplett neu gedacht:
- Aufnahme — Die Sitzung wird per Smartphone aufgezeichnet
- Transkription — Eine KI erstellt das Transkript in Echtzeit
- Zusammenfassung — Das Protokoll wird automatisch strukturiert
- Versand — Ein Klick generiert das formatierte Word-Dokument
Was hat sich verändert?
- Zeitersparnis — 45 Minuten pro Sitzung
- Qualität — Weniger vergessene Punkte, weil alles aufgezeichnet wird
- Nachverfolgung — Pendenzen werden automatisch getrackt
Lessons Learned
Nicht alles lief auf Anhieb. Einige Erkenntnisse:
- Mikrofon-Qualität zählt — Auf der Baustelle mit Lärm braucht es ein gutes Mikrofon
- Schweizerdeutsch — Die KI muss damit umgehen können. Standard-Modelle scheitern oft
- Vertrauen aufbauen — Die ersten Wochen sollte man das KI-Protokoll noch manuell prüfen
- Datenschutz klären — Alle Teilnehmer müssen über die Aufnahme informiert werden
Fazit
Digitale Bauprotokolle sind kein Zukunftstraum mehr. Die Technik ist da — die Herausforderung liegt in der Umsetzung und der Akzeptanz im Team.